Das Sparbuch – Segen oder Fluch?

Das Sparbuch - Segen oder Fluch?

 

Der demographische Wandel (das Älterwerden der Bevölkerung) zeigt sich langsam aber stetig, doch steht dieser erst vor dem Anfang und wird sich in den kommenden Jahren deutlich beschleunigen. Dieses Jahr wird das erste Jahr sein, indem die arbeitstätigen Personen in Industriestaaten insgesamt zurückgehen werden. Ein Wandel, welcher Auswirkungen auf jeden Einzelnen von uns hat und besonders für Finanzmärkte sowie Anleger und Sparer.

Betrachtet an die Wirtschaftsleistung in den vergangenen Jahrzehnten, so ist rund die Hälfte dieser Leistung durch die wachsende Zahl der arbeitenden Menschen zurückzuführen, laut der Unternehmensberatung McKinsey. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich demnach in den vergangenen 50 Jahren in den 20 größten Volkswirtschaften um durchschnittlich 3,6 % pro Jahr. 1,7 % davon gingen auf das Bevölkerungswachstum zurück, 1,8 % auf die Steigerung der Produktivität.

Eine logische Konsequenz daraus ist, dass Arbeitskräfte knapper werden und insgesamt Löhne steigen werden, was wiederum Firmen mehr in Maschinen investieren lassen wird, sodass hier die Nachfrage nach Krediten steigen wird. Eine erhöhte Nachfrage nach Krediten auf der einen Seite und eine Reduzierung der Sparquote wird langfristig das Zinsniveau anheben, welches aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Zinsen auf Tagesgeldern, Girokonten und Festgeldkonten wieder steigen werden.

Doch das Sparbuch ist weiterhin ein Klassiker und die beliebteste Geldanlage der Deutschen. Doch wie steht es wirklich um die Zinsen und die daraus resultierende Rendite?

Das Sparbuch ist weitestgehend auf Grund der Sicherheit so beliebt. Diese verbundene Liebe ist vermutlich deswegen so bestehend, da dies bereits in jungen Jahren gelehrt wird, wenn Eltern und Großeltern das Sparschwein der Kleinen mit Münzgeld füttern. Doch in Zeiten niedriger Zinsen bzw. in der aktuellen Niedrigzinsphase kommt dies Sparbuchsparern teuer zu stehen.

In Deutschland besitzen etwa 50 % der Bevölkerung ein Sparbuch. Nach den Renten- und Lebensversicherungen zählt das Sparbuch zu den drei beliebtesten Anlage- und Sparprodukten der Deutschen. Der Wille nach Sicherheit ist stetig, denn glaubt man der Umfrage des DSGV, sagten 94 % der Befragten aus, dass ihnen Sicherheit wichtiger als Rendite sei.

Das Verhalten der Sparer und Menschen hat sich in der Niedrigzinsphase komplett geändert. Viele sind der Meinung anders mit ihrem Geld umgehen zu müssen, denn es herrscht die gegenwärtige Meinung, dass sich Sparen nicht mehr lohne, vielmehr wird das Geld ausgegeben und nur kleine Beträge auf dem Girokonto belassen.

Werfen wir nun aber den Blick auf die Zinsen:

Die Sparzinsen liegen derzeit im Durchschnitt bei 0,15 %. Dies ist der Zinssatz für kurzfristige Geldanlagen wie beispielsweise Sparbücher oder Tagesgelder. Die Teuerungsrate im Januar 2016 lag jedoch bereits bei 0,5 % und damit auf einem historisch niedrigen Niveau. Wird nun von dem Sparzins von 0,15 % die Inflation abgezogen, so bleibt real ein sattes Minus. Zumal der „Zinsertrag“ unter Umständen noch versteuert werden muss.

Die Alternativen zur Geldanlage sind reichlich vorhanden. Unter dem Gesichtspunkt Liquidität und Sicherheit und somit auf Augenhöhe des Sparbuches, liegt wahrscheinlich am ehesten das Tagesgeldkonto, welches derzeit mit einem Zins von 1,25 % immerhin einen kleinen Ertrag nach Abzug der Inflation erbringen kann.

Durch die Niedrigzinsphase wurden die Aktienmärkte beflügelt. Aktien- und Mischfonds weißen derzeit eine enorm hohe Performance auf. So bleibt die Frage, wann der richtige Einstiegszeitpunkt ist, ist es vielleicht nicht schon zu spät?

Experten sind sich einig: Der richtige Investmentzeitpunkt ist jetzt. Steht ein kurzfristiges Sparen im Vordergrund eignet sich der Fondssparplan mit einer guten und breiten Streuung hervorragend dafür. Das Absichern der Langlebigkeit sowie ähnliche Renditemöglichkeiten wie beim Fondssparplan erreicht man durch Fondsgebundene Rentenversicherungen. Letztere Anlageform sollte jedoch mindestens 15 Jahre laufen. Doch dennoch sind solche modernen Produkte flexibel wie ein Sparplan, denn der Beitrag kann jederzeit ausgesetzt, herab- oder hochgestuft oder gar Beiträge entnommen oder dazu gezahlt werden.